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21.-25. Juni 2010
 

 
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Nachfolgend finden Sie eine Auswahl der wichtigsten, in der vergangenen Woche in die Datenbank DNotI-Online-Plus eingestellten Gerichtsentscheidungen, Arbeitshilfen und Links.

 

Top-Aktuell

Immobilienrecht

BGB §§ 307, 648
Formularmäßige Bürgschaft zur Absicherung aller vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht unwirksam

Die Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Einfamilienfertighausanbieters in Verträgen mit privaten Bauherren
„Der Bauherr ist verpflichtet, spätestens acht Wochen vor dem vorgesehenen Baubeginn dem Unternehmen eine unbefristete, selbstschuldnerische Bürgschaft eines in Deutschland zugelassenen Kreditinstituts in Höhe der nach dem vorliegenden Vertrag geschuldeten Gesamtvergütung (unter Berücksichtigung von aus Sonderwünschen resultierenden Mehr- oder Minderkosten) zur Absicherung aller sich aus dem vorliegenden Vertrag ergebenden Zahlungsverpflichtungen des Bauherrn vorzulegen.“
ist nicht gemäß § 307 BGB unwirksam.

BGH, Urt. v. 27.5.2010 - VII ZR 165/09

WEG § 10; GBO § 20
Eigentumserwerb durch eine Wohnungseigentümergemeinschaft

Die Rechtsfähigkeit der Wohnungseigentümergemeinschaft erstreckt sich darauf, als Eigentümerin in Abt. I des Grundbuchs eines benachbarten Grundstücks eingetragen werden zu können, auf dem die Eigentümergemeinschaft durch eine Grunddienstbarkeit abgesichert ein Heizwerk betreibt, durch das das gemeinschaftliche Eigentum mit Heizenergie versorgt wird.

OLG Hamm, Beschl. v. 4.5.2010 - 15 W 382/09


Familienrecht

BGB §§ 1901a, 1904
Anforderungen an einen bindenden Patientenwillen in Fällen aktueller Einwilligungsunfähigkeit des Patienten (Patientenverfügung)

Öffentliches Recht

GBO § 29; GO-NW § 64
Unwirksamkeit einer Einzelvollmacht für städtischen Mitarbeiter für unbestimmte Vielzahl von Geschäften über Geschäfte laufender Verwaltung hinaus; Prüfungsrecht des Grundbuchamtes

1. Eine Einzelvollmacht für einen städtischen Mitarbeiter, die ihm Vertretungsmacht für eine unbestimmte Vielzahl von Geschäften über den Kreis der Geschäfte laufender Verwaltung hinaus verschafft, ist unwirksam (wie BGH NJW 2009, 289)
2. Der Begriff der „Geschäfte laufender Verwaltung“ in § 64 Abs.2 GO-NW ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, der der uneingeschränkten Prüfung und Anwendung durch das Grundbuchamt unterliegt.
3. In dem durch § 29 GBO eingeschränkten Nachweisrahmen hat das Grundbuchamt zu prüfen, ob zweifelsfrei ein Geschäft laufender Verwaltung vorliegt. Soweit dies bejaht werden kann, bedarf es weiter der Prüfung, ob der die Bewilligung erklärende Mitarbeiter zur Vertretung des Bürgermeisters befugt ist.

OLG Hamm, Beschl. v. 25.5.2010 - I-15 Wx 160/10


Rechtsprechung

Immobilienrecht

BGB § 307; EG-VO 1782/2003 Art. 33 ff.
Unentgeltliche Übertragung von flächenbezogenen Zahlungsansprüchen in Landpachtvertrag nicht AGB-widrig

Eine Klausel in einem von dem Verpächter vorformulierten Pachtvertrag über landwirtschaftliche Flächen, die den Pächter verpflichtet, die auf die Pachtfläche zugeteilten Zahlungsansprüche in einem dem flächenbezogenen Betrag entsprechenden Umfang bei Beendigung des Pachtverhältnisses unentgeltlich auf den nachfolgenden Bewirtschafter zu übertragen, verstößt nicht gegen das Transparenzgebot (§ 307 Abs. 1 Satz 2 BGB) und stellt auch keine den Pächter entgegen den Geboten von Treu und Glauben benachteiligende Vertragsbestimmung (§ 307 Abs. 1 Satz 1 BGB) dar.

BGH, Urt. v. 23.4.2010 - LwZR 15/08

BGB §§ 281, 325, 254
Nutzungsausfallschaden neben mangelbedingtem Rücktritt möglich; Schadensminderungsobliegenheit

a) Ein auf einen Mangel eines Kraftfahrzeugs gestützter Rücktritt des Käufers vom Kaufvertrag schließt dessen Recht nicht aus, daneben unter den Voraussetzungen des Schadensersatzes statt der Leistung Ersatz des mangelbedingten Nutzungsausfallschadens zu verlangen (Bestätigung von BGHZ 174, 290).
b) Der Käufer kann allerdings im Hinblick auf die ihn treffende Schadensminderungspflicht gehalten sein, binnen angemessener Frist ein Ersatzfahrzeug zu beschaffen oder einen längeren Nutzungsausfall durch die Anschaffung eines Interimsfahrzeugs zu überbrücken.

BGH, Urt. v. 14.4.2010 - VIII ZR 145/09


Notarrecht/Verfahrensrecht

InsO § 114
Abfindung als „Bezüge aus einem Dienstverhältnis“ i. S. d. § 114 InsO

Der Begriff der „Bezüge aus einem Dienstverhältnis“ umfasst auch eine anlässlich der Beendigung eines Arbeitsvertrages gezahlte Abfindung.

BGH, Urt. v. 11.5.2010 - IX ZR 139/09

InsO §§ 6 Abs. 1, 7, 289 Abs. 2; ZPO §§ 574 Abs. 2 Nr. 2, 295; GG Art. 103 Abs. 1
Obliegenheit zur Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs bei instanzlichem Rechtsmittels

Eine Rechtsbeschwerde ist nicht wegen des Verfahrensfehlers einer Verletzung des rechtlichen Gehörs zuzulassen, wenn es der Beschwerdeführer versäumt hat, den Verstoß im Rahmen eines vorinstanzlichen Rechtsmittels zu rügen.

BGH, Beschl. v. 5.5.2010 - IX ZB 225/09

 

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