DNotI  
Deutsches Notarinstitut

 

Gesetzesänderungen

Erbrecht

1.12.2011

 





 

 

NEhelG §§ 3 Abs. 2, 10 Abs. 2-4, 24; EGBGB Artikel 235 § 1
Zweites Gesetz zur erbrechtlichen Gleichstellung nichtehelicher Kinder 

Vorabdruck Gutachten aus DNotI-Report 23/2011

Gesetz zur erbrechtlichen Gleichstellung nichtehelicher Kinder, zur Änderung der Zivilprozessordnung und der Abgabenordnung, BGBl 2011 I, S. 615

Beschlussempfehlung und Bericht des Rechtsausschusses v. 14.2.2011, BT-Drucks. 17/4776

Gesetzentwurf der Bundesregierung, BT-Drs. 17/3305  vom 14.10.2010

Inhalt der geplanten Neuregelung: 

Pressemitteilung des BMJ v. 22.1.2010
Referentenentwurf eines 2. Gesetzes zur erbrechtlichen Gleichstellung nichtehelicher Kinder

Ziel des Entwurfs ist die Umsetzung der Entscheidung des EGMR vom 28.5.2009 (FamRZ 2009, 1293) zur erbrechtlichen Gleichstellung nichtehelicher Kinder und die Vermeidung weiterer Verurteilungen Deutschlands durch folgende Maßnahmen:

- Die vor dem 1.7.1949 geborenen nichtehelichen Kinder werden ehelichen Kindern erbrechtlich gleichgestellt, indem der Stichtag "1. Juli 1949" rückwirkend für Erbfälle nach dem 28.5.2009 (Entscheidung des EGMR) aufgehoben wird;

- Härtefällen wird durch Anordnung einer gesetzlichen Vorerbschaft zugunsten der hinterbliebenen Ehefrauen und Lebenspartner begegnet.
 

Errichtung eines Zentralen Testamentsregisters bei der Bundesnotarkammer

Aufnahme des Registerbetriebs am 1.1.2012

Gesetz zur Modernisierung des Benachrichtigungswesens in Nachlasssachen durch Schaffung des Zentralen Testamentsregisters bei der Bundesnotarkammer v. 22.12.2010
 

HeimG §§ 1, 14; GG Art. 74 Abs. 1 Nr. 7
Ersetzung des Heimgesetzes durch Landesgesetze in zahlreichen Bundesländern

Übergang der Gesetzgebungsbefugnis auf die Länder durch Art. 74 Abs. 1 Nr. 7 GG im Zusammenhang mit Föderalismusreform (vgl. Drasdo, NVwZ 2008, 639).

Von der neuen Gesetzgebungskompetenz für das öffentlich-rechtliche Heimwesen Gebrauch gemacht haben bislang (in alphabetischer Sortierung; Stand: 1.12.2011): 

- Landesheimgesetz (LHeimG BW) vom 10.6.2008, GBl. BW 2008, 169, in Kraft seit 1.7.2008 (vgl. Schaal, BWNotZ 2008, 114);

- Gesetzesbegründung

- Gesetz zu Regelung der Pflege-, Betreuungs- und Wohnqualität im Alter und bei Behinderung (Pflege- und Wohnqualitätsgesetz – PfleWoqG), BayGVBl 2008, 346, in Kraft seit 1.8.2008.

- Gesetzesbeschluss des Bayerischen Landtags, LT-Drucks. 15/10997 vom 3.7.2008

Gesetz über Selbstbestimmung und Teilhabe in betreuten gemeinschaftlichen Wohnformen (Wohnteilhabegesetz – WTG) vom 3.6.2010 (Gesetzesverordnungsblatt GVBl. S. 285), in Kraft seit 1.7.2010

Gesetz über das Wohnen mit Pflege und Betreuung des Landes Brandenburg (Brandenburgisches Pflege- und Betreuungswohngesetz (BbgPBWoG) vom 8.7.2009 (GVBl. Brandenburg I 2009, 298 ff.), in Kraft seit 1.1.2010

Gesetz zur Sicherstellung der Rechte von Menschen mit Unterstützungs-, Pflege- und Betreuungsbedarf in unterstützenden Wohnformen (Bremisches Wohn- und Betreuungsgesetz - BremWoBeG) vom 5.10.2010 (Brem. GBl. S. 509), in Kraft seit 21.10.2010 ;

Hamburgisches Gesetz zur Förderung der Wohn- und Betreuungsqualität älterer, behinderter und auf Betreuung angewiesener Menschen (Hamburgisches Wohn- und Betreuungsqualitätsgesetz – HmbWBG) vom 15.12.2009 (Hamb. GVBl. I, 494 ff.), in Kraft seit 1.1.2010

Gesetz zur Förderung der Qualität in Einrichtungen für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung sowie zur Stärkung ihrer Selbstbestimmung und Teilhabe (Einrichtungenqualitätsgesetz – EQG M-V) vom 17.5.2010 (GVOBl. M-V 2010, 241), in Kraft seit 29.5.2010

Niedersächsisches Heimgesetz (NHeimG) v. 29.6.2011 (Nds. GVBl. Nr. 14/2011, 196 ff.), in Kraft seit 6.7.2011

- Gesetz über das Wohnen mit Assistenz und Pflege in Einrichtungen (Wohn- und Teilhabegesetz – WTG) vom 18.11.2008 (GV. NRW. 2008, 738), in Kraft seit 10.12.2008

Inhaltlich bringt das Gesetz Änderungen gegenüber dem bisherigen HeimG des Bundes. Insbesondere findet sich keine unmittelbar § 14 HeimG (Verbot mit Erlaubnisvorbehalt) entsprechende Norm. § 10 HeimG NRW verbietet Zuwendungen. Es gibt einzelne, gesetzlich geregelte Ausnahmen, aber keine Ausnahmegenehmigung wie bisher in § 14 Abs. 6 HeimG.

- beschlossenes Gesetz, Vorabdruck 14/125 vom 12.11.2008

- Gesetzentwurf, LT-Drucks. 14/6972 vom 11.6.2008

Landesgesetz über Wohnformen und Teilhabe (LWTG) vom 22.12.2009 (GVBl. 2009, 399), in Kraft seit 1.1.2010

Saarländisches Gesetz zur Sicherung der Wohn-, Betreuungs- und Pflegequalität für ältere Menschen sowie pflegebedürftige und behinderte Volljährige (Landesheimgesetz Saarland – LHeimGS) vom 6.5.2009 (Amtsblatt 2009, 906), in Kraft seit 19.6.2009

- Gesetz zur Stärkung von Selbstbestimmung und Schutz von Menschen mit Pflegebedarf oder Behinderung (Selbstbestimmungsstärkungsgesetz – SbStG), Pflegegesetzbuch Schleswig-Holstein – Zweites Buch, vom 17.7.2009 (GVOBl. 2009, 402), in Kraft seit 1.8.2009

 - Gesetzesbeschluss des Schleswig Holsteiner Landtags, LT-Drucks. 16/2704 vom 8.6.2009
 

BGB §§ 2303 ff., 2306, 2325, 2331a, 2333 ff., 197 Abs. 1 Nr. 2, 199 Abs. 3a, 1378 Abs. 4, 2018, 2050, 2057b
Gesetz zur Änderung des Erb- und Verjährungsrechts (inbes. Reform des Pflichtteilsrechtes)

- BGBl. 2009 I, 3142 ff.

- Reform des Erb- und Verjährungsrechts passiert den Bundesrat - Inkrafttreten zum 1.1.2010

- BMJ-Pressemitteilung zur Verabschiedung durch den Bundestag vom 2.7.2009 

- Bericht und Beschlussempfehlung des BT-Rechtsausschusses, BT-Drucks. 16/13543 vom 23.6.2009

- Stellungnahme des Bundesrates, BR-Drucks. 96/08 (Beschluss) vom 14.3.2008

- BMJ-Pressemitteilung vom 30.1.2008 zum Regierungsentwurf

- Regierungsentwurf - (BMJ) = BR-Drucks. 96/08 vom 1.2.2008 = BT-Drucks. 16/8954 vom 24.4.2008

- Referentenentwurf vom 16.3.2007

- BMJ, Pressemitteilung Nr. 58/2007 vom 16.3.2007 zum Referentenentwurf 

  • Pflichtteilsrecht:

  • Ein Pflichtteilsberechtigter, der als Erbe eingesetzt, aber durch Nacherbschaft, Testamentsvollstreckung, Vermächtnisse etc. belastet wurde, soll künftig unabhängig von der Höhe des ihm Zugewandten das Wahlrecht haben:
    - ob er den zugewandten Erbteil (mit allen Belastungen) annimmt oder
    - seinen Erbteil ausschlägt und den Pflichtteil verlangt (§ 2306 Abs. 1 BGB n.F.)
    (Streichung des bisherigen § 2306 Abs. 1 S. 1 BGB);

  • Gleitende Ausschlussfrist für den Pflichtteilsergänzungsanspruch: Herabsetzung des ergänzungspflichtigen Schenkungswerts um je 10% für jedes Jahr, das seit der Schenkung verstrichen ist (§ 2325 Abs. 3 S. 1 BGB n.F.);
    (Voraussetzung ist aber, dass "Leistung" i. S. des § 2325 Abs. 3 S. 2 BGB n.F. vorliegt und es sich nicht um eine Ehegattenschenkung i. S. von § 2325 Abs. 3 S. 3 BGB n.F. handelt);

  • Erweiterung der Pflichtteilsstundung auch auf nicht selbst pflichtteilsberechtigte Erben;
    Voraussetzung für Stundung von "ungewöhnlicher Härte" herabgesetzt auf "unbillige Härte" (§ 2331a BGB-E);

  • Modernisierung der Pflichtteilsentziehungsgründe (§ 2333 BGB n.F.):
    - Vereinheitlichung der Entziehungsgründe für Abkömmlinge, Eltern und Ehegatten/Lebenspartner nach LPartG;
    - Einbeziehung auch von nichtehelichen Lebenspartnern, Stief- und Pflegekindern in den Schutzbereich der Pflichtteilsentziehungsvorschriften (Personen, die dem Erblasser ähnlich nahe stehen wie der Ehegatte oder Abkömmlinge);
    - Entziehungsgrund des „ehrlosen und unsittlichen Lebenswandels “ wird ersetzt durch Entziehung bei rechtskräftiger Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr ohne Bewährung; Verschulden nicht Voraussetzung;

HeimG; GG Art. 74 Abs. 1 Nr. 7
Neuregelung der zivilrechtlichen Vorschriften des Heimgesetzes nach der Föderalismusreform

sh. Gesetzesänderungen/Immobilienrecht und sonstiges Zivilrecht
 

FamFG; FGG; BGB §§ ; ZPO §§
Entwurf eines Gesetzes zur Reform des familiengerichtlichen Verfahrens und der Freiwilligen Gerichtsbarkeit (FGG-RG)

- Beschlussempfehlung und Bericht des BT-Rechtsausschusses, BT-Drucks. 16/6308 vom 23.6.2008
- Regierungsentwurf mit Stellungnahme des Bundesrates (S. 360-402) und Gegenäußerung der Bundesregierung (S. 403-428), BT-Drucks. 16/6308 vom 7.9.2007

- Stellungnahme des Bundesrates, BR-Drucks. 309/07 (Beschluss) vom 6.7.2007

- Regierungsentwurf eines FGG-Reformgesetzes vom 9.5.2007 (836 Seiten) =  BR-Drucks. 309/07 vom 10.05.2007 

- BMJ, Pressemitteilung zum Regierungsentwurf vom 9.5.2007

vollständige Neufassung des FGG als "Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit" (FamFG) geplant

mehr siehe bei Gesetzesänderungen/Verfahrensrecht
 

EU-Grünbuch (Internationales) Erb- und Testamentsrecht

- Bericht "Aktuelles aus Brüssel", BNotK-Intern 2/2008, S. 6

- Entschließung des Europäischen Parlaments mit Empfehlungen an die Kommission zum Erb- und Testamentrecht (2005/2148(INI) vom 16.11.2006

Stellungnahmen zum Grünbuch

- Grünbuch KOM (2005) 65 vom 1.3.2005 (= BR-Drucks. 174/05 vom 14.3.2005)

- Anhang zum Grünbuch (nur auf Französisch)

- DNotI-Symposium Internationales Erbrecht in der EU - Perspektiven einer Harmonisierung, Brüssel 10./11.5.2004

- DNotI-Studie Internationales Erbrecht 2002

- franz. Original und Länderberichte zur Studie

 

BeurkG §§ 34, 34a; BGB §§ 2258a, 2258b, 2277; FGG §§ 73, 82a, 82b; PStG; PStRG
Personenstandsrechtsreformgesetz (PStRG): Übernahme der Regelungen der Testamentsverwahrung sowie der Mitteilungspflichten in das FGG

BGBl. 2007 I, 122 - in Kraft ab 1.1.2009

- Gesetzesbeschluss des Bundesrates, BR-Drucks. 850/06 vom 24.11.2006

- Beschlussempfehlung und Bericht des BT-Innenausschusses, BT-Drucks. 16/3309 vom 8.11.2006

- Regierungsentwurf, BT-Drucks. 16/1831 vom 15.6.2006

- Übernahme der Regelungen über die Ablieferung von Erbverträgen (§ 34 Abs. 3 S. 2 BeurkG) und die Mitteilung von Erbverträgen und anderen Urkunden mit erbrechtlichen Auswirkungen (§ 20 Abs. 2 DONot) in § 34a BeurkG (Art. 2 Abs. 10 PStRG),

- Verlagerung der Regelungen über die besondere amtliche Verwahrung von Testamenten und Erbverträgen aus §§ 2258a, 2258b, 2277 BGB in das FGG (dort neu §§ 82a, 82b) (Art. 2 Abs. 13 PStRG),

- gesetzliche Grundlage für die bestehende AV über die Benachrichtigung in Nachlasssachen (§ 82a Abs. 4, 5 FGG - Verordnungsermächtigung für Abs. 6-8 bereits seit 24.2.2007 in Kraft),

- Schaffung einer rechtlichen Grundlage für ein Testamentsverzeichnis des Standesamtes (§ 82a Abs. 4 S. 3 FGG).

(zum sonstigen Inhalt des Personenstandsrechtsreformgesetzes sh. bei Gesetzesänderungen/Familienrecht)
 

BeurkG § 34; BGB §§ 2258a, 2258b
Änderung der bundeseinheitlichen Anordnung (AV) über die Benachrichtigung in Nachlasssachen

insbes. Anpassung infolge Inkrafttreten des Lebenspartnerschaftsgesetzes, vgl. Mitteilung, DNotZ 2005, 881

- BNotK-Rundschreiben Nr. 37/2005 vom 19.12.2005

- Neufassung AV-Bekanntmachung Nachlasssachen 2006 (interner Bereich der BNotK)

 

Diskussion über Reform des Pflichtteilsrechtes

- Kleine Anfrage der Abgeordneten Funke, Laurischk, Bahr u.a. (FDP) und Antwort der Bundesregierung, BT-Drucks. 15/3899 vom 8.10.2004

 

Les successions internationales dans l‘UE Perspectives pour une harmonisation
Conflict of Law of Succession in the European UnionPerspectives for a Harmonisation
Internationales Erbrecht in der EU Perspektiven einer Harmonisierung

Bruxelles/Brussels/Brüssel
10.-11.05.2004

Discours et debats de la conférence
Conference speeches and discussions
Reden und Diskussionen der Konferenz

Étude de droit comparé (français)

Deutsche Übersetzung der Studie Synopsis + Rapports nationaux/national reports/Länderberichte

Executive Summary (français/english/deutsch)

 

Neufassung der bundeseinheitlichen Anordnung (AV) über die Benachrichtigung in Nachlasssachen

Datei zum Download

 

Erbrechtsgleichstellungsgesetz verabschiedet

Wie bereits berichtet (vgl. DNotI-Report 1997, 223), hat der Bundesrat dem vom Bundestag am 25.09.1997 beschlossenen Erbrechtsgleichstellungsgesetz (ErbGleichG), mit dem die für nichteheliche Kinder geltenden Sondervorschriften im Erbrecht (§§ 1934 a - 1934 e, 2338 a BGB) beseitigt werden sollen, nicht zugestimmt, sondern den Vermittlungsausschuß angerufen. Nach ablehnender Stellungnahme des Vermittlungsausschusses hat der Bundesrat am 28.11.1997 gegen das Erbrechtsgleichstellungsgesetz gem. Art. 77 Abs. 3 GG Einspruch eingelegt, der vom Bundestag am 11.12.1997 mit der "Kanzlermehrheit" zurückgewiesen wurde. Das ErbGleichG ist nun am 19.12.1997 wie vom Bundestag beschlossen im Bundesgesetzblatt verkündet worden (BGBl. I, 2968 f.) und wird zum 01.04.1998 in Kraft treten. Ein vorzeitiger Erbausgleich (§ 1934 d BGB) kann folglich nur noch bis zu diesem Zeitpunkt wirksam vereinbart werden.

Drucks. 13/8510 (ErbGleichG).

Deutsches Notarinstitut, Gerberstraße 19, 97070 Würzburg